Prävention gegen „Mitschnacker“: Tipps für Eltern zum Schutz der Kinder

Thema am 18.05.2017
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Für viele Eltern ist es die Horrorvorstellung schlechthin: Ein Fremder, ein sogenannter Mitschnacker, spricht das eigene Kind auf offener Straße an und will es unter Vorwänden dazu bewegen, mitzukommen oder in ein Auto einzusteigen. Immer wieder werden vor allem kleine Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen und Gewaltverbrechen. Die Polizeidirektion Segeberg bietet daher nun sogenannte Präventionskurse für Grundschüler an. 

Natürlich ist es wichtig, auch immer wieder zu betonen, dass nicht alle Menschen böse sind. Trotzdem sollten Kinder lernen, mögliche Gefahren zu erkennen, um dann richtig reagieren zu können. Sie sollen außerdem lernen, sich selbst aus misslichen Situationen zu befreien, aktiv zu werden und die Opferrolle zu verlassen. Das Selbstvertrauen spielt eine wichtige Rolle und es gilt, dieses beim Kind aufzubauen.

Vertrauen und liebevolle Erziehung als Basis für Selbstbewusstsein

In erster Linie gilt es, eine Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kind zu etablieren und dem Kind klarzumachen, dass es über alles, auch unangenehme Dinge, mit den Eltern sprechen sowie Fragen stellen kann. Ein Gespräch über Grenzen und eine altersgemäße sexualpädagogische Aufklärung sind ebenfalls förderlich. So kann ein Kind etwaige Übergriffe erkennen und entsprechend abwehrend reagieren. Ist ein Mobiltelefon vorhanden, sollte das Kind wissen, dass es in Notsituationen auch die Polizei unter der Durchwahl 110 anrufen kann. Zudem gilt: Kinder, die im Elternhaus Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren sowie ernst genommen und geliebt werden, sind deutlich weniger anfällig für dubiose Annäherungen durch Fremde.

Worauf können Eltern noch achten?


Schulwege sollten möglichst in einer Gruppe beschritten werden, denn Täter haben es in der Regel auf allein umherziehende Kinder abgesehen. Die kürzeste Route ist übrigens nicht immer die sicherste: Kinder fühlen sich häufig auf belebten Wegen wohler und sicherer. Wichtig ist auch, dass möglichst immer dieselben Wege genutzt werden, um im Ernstfall eine Rückverfolgung leichter zu machen. Namensschilder auf Bekleidung oder dem Schulranzen sollten vermieden werden, denn wird das Kind von einem Fremden mit seinem richtigen Namen angesprochen, wirkt das vertrauenswürdig. Legen Sie außerdem innerhalb der Familie eines Codewort fest, damit niemand Ihrem Kind gegenüber behaupten kann, es würde in Ihrem Auftrag abgeholt. Auch Erzieher oder Lehrer sollten dieses Passwort kennen.&nb

> Der Kriminalpräventive Rat Pinneberg mit weiteren Informationen und Tipps

> Der „Mitschnacker-Flyer“ des PETZE-Instituts für Gewaltprävention 

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